Kulturgut international: Das Devi Mahatmya aus dem 18 Jhd. erhält eine digitale Zukunft

02.09.21 09:48 AM By Manja Hellmann

Bei unserer Arbeit entdecken wir immer wieder neue Kulturschätze – längst nicht nur aus Deutschland, sondern aus der ganzen Welt. Dieses Mal auf unserer Werkbank im Museum für asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin, ein einzigartiges Werk aus der Sammlung Süd-, Südost- und Zentralasien: die illuminierte Sanskrit-Handschrift des Devi Mahatmya (wörtl.: Herrlichkeit der Göttin) aus dem Markandeya-Purana. Die 63 farbenprächtigen Bild- und 63 Textblätter aus dem 18. Jh. werden aktuell durch die Kulturgutscanner digitalisiert und bereits in Kürze in digitaler Form auf den Terminals der Ausstellung im Humboldt Forum zu sehen sein.

Die Kulturgutscanner an der Werkbank direkt vor Ort: Für bestandschonende Digitalisierung ohne Umwege

Das Devi Mahatmya - ein Kulturgut mit besonderer Bedeutung

Was macht dieses Kulturgut besonders? Das Devi Mahatmya aus Guler, Nordindien (im heutigen Himachal Pradesh) spielt eine wesentliche Rolle im Glaubensleben vieler Anhänger der indischen Göttin, besonders in Bengalen und teilweise in Kerala. Sie ist im Hinduismus neben dem Devi Bhagavata eine der wichtigsten Schriften der Verehrer der Devi, der Göttin. Mit seinen dreizehn Gesängen bildet es einen Teil des Markandeya Purana und besteht aus 577 Mantren.


Gläubige lesen zur Andacht täglich einzelne Verse daraus, von denen jeder einzelne als Mantra gilt. Besonders zum mehrtägigen Herbstfest, der Durga Puja kommt den Liedern überaus hohe Bedeutung zu. An diesem wichtigsten Festtag der Göttin Durga hört man die Lieder nicht nur täglich schon früh am Morgen im Radio, sondern sie sind auch während der Zeremonien Teil der Verehrung.

Für alle, die mehr entdecken möchten: Ein Blick in die digitale Sammlung

Sie interessieren sich für asiatische Kunst? Auf der Plattform der staatlichen Museen zu Berlin können Sie direkt von zu Hause einen Blick in die Sammlung aus Malereien und Fotografien sowie beeindruckenden Skulpturen.

Alexander Tröger, Projektleiter

Seit dem Studium der Geschichte und Philosophie an der Humboldt Universität in Berlin beschäftigt sich Alexander Tröger mit der Digitalisierung wertvoller Kulturschätze. Als Gründungsmitglied rief er "Die Kulturgutscanner" ins Leben und leitet seit 2019 die kulturhistorischen Digitalisierungsprojekte der MIK CENTER GmbH.

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