Meißen: Ein Herzstück der Stadtgeschichte wird digital erlebbar

28.05.21 08:40 AM By Manja Hellmann

929 ließ der deutsche König Heinrich I. auf einem Berg an der Elbe eine Burg errichten: Meißen. 
Als Herstellungsort des ersten europäischen Porzellans seit 1708 zu internationalem Ansehen gekommen, besitzt die Stadt eine reiche Geschichte. Das Stadtarchiv, im Jahr der groß angelegten 1000-Jahr-Feier entstanden, umfasst mittlerweile mehr als zwei laufende Kilometer Archivalien. Aus diesem reichen Bestand stellte das Stadtarchiv Quellen zur Digitalisierung im Rahmen des Sächsischen Landesdigitalisierungsprogramms zur Verfügung.

Das Urbar - Stadtgeschichte von Hand geschrieben

In Zusammenarbeit mit der SLUB stellten die Kulturgutscanner nun ein besonderes Stück der Meißner Stadtgeschichte digital bereit: das aus dem 18. Jahrhundert stammende und lange fortgeführte Urbar. Als zentrale Quelle beinhaltet diese Handschrift die Grundstücke, Häuser, Personen und Besitzverhältnisse der Stadt. Auf über 1000 Seiten gewährt uns dieses kulturhistorisch wertvolle Verzeichnis einen intensiven Einblick in die Geschichte der Stadt Meißen. 

Ein Blick in das Werk zeigt zudem, welche Herausforderungen die Digitalisierung herausragender historischer Quellen mit sich bringt. Die fragile Beschaffenheit des Einbandes und der Papiere erfordern ein hohes Maß an Fingerspitzengefühl und optimale technische Feinabstimmung, damit die Handschrift trotz Papierfärbung optimal zur Geltung kommt.

Umso mehr freut uns das Feedback von Dr. Konstantin Hermann, Koordinator Landesdigitalisierungsprogramm und landeskundliche Projekte, zu dem Ergebnis: „Unter Berücksichtigung aller konservatorischen Bedingungen der für die Stadt Meißen zentralen Quelle hat Ihr Unternehmen ein optisch sehr ansprechendes und gut erschlossenes Digitalisat erstellt, das bereits jetzt einer der Beiträge zum Stadtjubiläum Meißens 2029 ist.“ 

Das digitale Werk online erleben

Wer mehr erfahren und einen detaillierten Blick ins Werk werfen möchte, gelangt hier direkt zum Urbar.


Alexander Tröger, Projektleiter

Seit dem Studium der Geschichte und Philosophie an der Humboldt Universität in Berlin beschäftigt sich Alexander Tröger mit der Digitalisierung wertvoller Kulturschätze. Als Gründungsmitglied rief er "Die Kulturgutscanner" ins Leben und leitet seit 2019 die kulturhistorischen Digitalisierungsprojekte der MIK CENTER GmbH.

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